Das Schaffgotsch-Palais steht im Zentrum von Cieplice Śląskie-Zdrój (deutsch Bad Warmbrunn), dem ältesten Kurort Schlesiens und heute einem Stadtteil von Jelenia Góra. Die weitläufige Residenz war der Sommersitz des Adelsgeschlechts der Schaffgotsch, einer der bedeutendsten Familien des Hirschberger Tals. Mit seiner über 80 Meter langen Fassade prägt das Palais bis heute das Bild des Kurorts.
Das Adelsgeschlecht der Schaffgotsch
Die Schaffgotsch gehörten über Jahrhunderte zu den mächtigsten Adelsfamilien Schlesiens. Ihnen gehörten ausgedehnte Ländereien im Hirschberger Tal und am Fuß des Riesengebirges, darunter auch die Burg Chojnik. In Bad Warmbrunn förderten sie über Generationen die Entwicklung des Kurbetriebs an den warmen Quellen und ließen sich hier eine repräsentative Residenz errichten.
Vom Renaissancehof zum Palais - die Baugeschichte
An der Stelle des heutigen Palais stand zunächst ein Renaissancehof aus dem 16. Jahrhundert, der 1777 durch einen Brand zerstört wurde. Das erhaltene Gebäude ist damit bereits das dritte an diesem Ort und das einzige, das die Wirren der Kriege überdauert hat.
Das heutige Palais entstand in den Jahren 1784 bis 1788 nach einem Entwurf des Architekten Johann Georg Rudolf für Johann Nepomuk Graf Schaffgotsch. Die kunstvolle Innenausstattung wurde in den folgenden Jahren bis 1809 vollendet, unter Mitwirkung des Malers Anton Paetz, des Stuckateurs Johann Joseph Echtler und des Möbelgestalters Christian Emmanuel Laube.
Architektur und Innenräume des Schaffgotsch-Palais
Das Palais verbindet die Formen des Spätbarocks mit dem einsetzenden Klassizismus. Die dreigeschossige Fassade von über 80 Metern Länge gliedert sich durch dekorative Portiken und die Wappen der Bauherren. Sie gilt als ein charakteristisches Beispiel der niederschlesischen Residenzarchitektur des späten 18. Jahrhunderts.
Im Inneren beeindruckt vor allem der zweigeschossige Große Saal (Sala Wielka) mit reicher klassizistischer Dekoration. Dazu kommen der Weiße, der Blaue und der Gelbe Salon, eine Kapelle und ein Musikzimmer, viele davon mit Elementen des Empire-Stils. Erhalten sind auch originale keramische Öfen aus dem 18. Jahrhundert sowie Teile der ursprünglichen Ausstattung.
Das Palais heute - Technische Universität Breslau
Seit 1975 beherbergt das Gebäude eine Außenstelle der Technischen Universität Breslau (Wrocław). Das Palais wird also weiterhin genutzt und dabei denkmalgerecht bewahrt. Die restaurierte Fassade und die erhaltenen Innenräume machen es zu einem lohnenden Ziel für alle, die sich für Geschichte und Architektur des Hirschberger Tals interessieren.
Bad Warmbrunn - der älteste Kurort Schlesiens
Cieplice Śląskie-Zdrój ist der älteste Kurort Schlesiens; seine warmen Quellen werden seit dem Mittelalter genutzt. Rund um das Palais laden der Kurpark, historische Kuranlagen und die Promenaden zu einem Spaziergang ein. Ein Besuch des Schaffgotsch-Palais lässt sich so leicht mit einem Bummel durch den Kurort verbinden.
Besuch des Schaffgotsch-Palais - praktische Informationen
Lage: im Zentrum von Cieplice Śląskie-Zdrój (Bad Warmbrunn), einem Stadtteil von Jelenia Góra
Die Fassade und das Palais lassen sich von außen jederzeit frei besichtigen
Da das Gebäude von der Universität genutzt wird, ist die Besichtigung der Innenräume nur nach vorheriger Absprache möglich
In unmittelbarer Nähe liegen der Kurpark und die historischen Kuranlagen von Bad Warmbrunn
Ein Ausflug ab dem Schloss Wernersdorf
Das Schaffgotsch-Palais liegt im selben Hirschberger Tal wie das Schloss Wernersdorf und ist mit dem Auto rasch zu erreichen. Ein Besuch lässt sich gut mit einem Rundgang durch den Kurort Bad Warmbrunn verbinden.
In der Umgebung locken weitere Sehenswürdigkeiten, etwa die einstige Schaffgotsch-Burg Chojnik oder die Glashütte Julia in Piechowice. Einen Überblick über alle Ausflugsziele bietet die Seite Attraktionen im Riesengebirge.
Häufige Fragen zum Schaffgotsch-Palais
Wo befindet sich das Schaffgotsch-Palais?
Das Palais steht im Zentrum von Cieplice Śląskie-Zdrój (Bad Warmbrunn), dem ältesten Kurort Schlesiens und heute einem Stadtteil von Jelenia Góra, im Hirschberger Tal am Fuß des Riesengebirges.
Wann wurde das Palais erbaut?
Das heutige Gebäude entstand in den Jahren 1784 bis 1788 nach einem Entwurf von Johann Georg Rudolf für Johann Nepomuk Graf Schaffgotsch. Die Innenausstattung wurde bis 1809 vollendet.
Wer waren die Schaffgotsch?
Die Schaffgotsch waren eines der bedeutendsten Adelsgeschlechter Schlesiens mit ausgedehnten Ländereien im Hirschberger Tal, darunter der Burg Chojnik. In Bad Warmbrunn förderten sie den Kurbetrieb und errichteten ihre Sommerresidenz.
Kann man das Schaffgotsch-Palais besichtigen?
Die Fassade lässt sich von außen frei betrachten. Da das Palais heute von der Technischen Universität Breslau genutzt wird, ist die Besichtigung der Innenräume nur nach vorheriger Absprache möglich.
Was ist im Palais heute untergebracht?
Seit 1975 beherbergt das Gebäude eine Außenstelle der Technischen Universität Breslau (Wrocław). Erhalten sind die repräsentative Fassade, der Große Saal, mehrere Salons und originale keramische Öfen aus dem 18. Jahrhundert.
Was lohnt sich in der Umgebung?
Rund um das Palais liegen der Kurpark und die historischen Kuranlagen von Bad Warmbrunn. In kurzer Entfernung befinden sich zudem die Burg Chojnik und weitere Ausflugsziele des Hirschberger Tals.